Sonntag, 10. März 2013

Das Templiner Eisenbahnkreuz



Liebe User,

heute werde ich mich mit einem meiner Lieblingsthemen beschäftigen und zwar der Eisenbahnanbindung von Templin. 

Aussagen ohne klare Linie

Der Bürgermeister hat uns ja versprochen, dass er sich für die Anbindung im Bereich Schienenverkehr verstärkt einbringen möchte. So setzt sich der Bürgermeister für eine Wiederaufnahme des Bahnverkehrs im Streckenabschnitt Joachimsthal-Templin ein. Finde ich auch sehr lobenswert. Leider muss dem Bürgermeister bei der Entscheidung um die Strecke nach Prenzlau gleich wieder einmal ein negativer Aspekt entgegengebracht werden. Ich verstehe einfach nicht, warum die Stadt erst ein Verkehrsbedürfnis auf dieser Strecke bestätigt und dann auf einmal sagt es gebe keines mehr. Und was macht der Bürgermeister? Er taucht ab und sagt nichts. Der Hintergrund der Geschichte ist, dass der BürgerBahnTreuhandstelle e. V. (BBT) dort eine Kulturbahn errichten wollte. Entlang der Strecke sollten in die Bahnhofsgebäude Handwerker und Künstler einziehen. Zusätzlich sollte mindestens zweimal täglich ein klassischer Triebwagen fahren. Dies wurde jedoch bei den Stadtverordneten knapp abgelehnt. Was soll das denn? Was hat denn die Stadt dabei für ein Risiko? Es gäbe eine weitere touristische Attraktion und die Einheimischen würden alle davon profitieren. Schämt euch, wer dagegen gestimmt hat. Abschließend möchte ich jedoch löblich die Stadtverordneten Christian Hartphiel, Birgit Bader und Uwe Göritz erwähnen, die sich für dieses Projekt sehr eingesetzt haben. 

Templiner Kreuz als Motor

Seit 1899 ist Templin ein „richtiger“ Eisenbahnknotenpunkt und hat für eine Stadt im ländlichen Raum den großen Vorteil Eisenbahnverbindungen in jede Himmelsrichtung vorzuweisen. Zur Zeit der ehemaligen DDR war Templin ein bedeutender Rangier- und Knotenbahnhof. Hier unterhielt die Deutsche Reichsbahn ein Bahnbetriebswerk, eine Bahnmeisterei, einen Ausbildungsbahnhof und anderes. Templin wurde jeden Tag von 130-150 Zügen durchfahren. In den 90er Jahren wurde dann  das Templiner Kreuz genauso abgewickelt wie die meisten VEB’s der ehemaligen DDR. Heute ist Templin in diesem Bereich nur noch ein Schatten seiner selbst. 



Man muss in diesem Zusammenhang auch ganz deutlich der Templiner Lokalpolitik völlige Unfähigkeit unterstellen und ich sage dies auch in aller Deutlichkeit. Es wurde nie verstanden, dass dieses Eisenbahnkreuz die einzige Chance ist unseren Nachteil bei der Schnellstraßenanbindung ein wenig wettmachen zu können. Hier sehe ich die einzige Chance Investoren des verarbeitenden Gewerbes anzulocken und zusätzlich unsere heimische Wirtschaft zu fördern. In Richtung Prenzlau hätte man eine direkte Anbindung an den Stralsunder Seehafen. Dieser stellt ein anerkanntes Industrie- und Logistikzentrum im Ostseeraum da. Die Fachzeitschrift Signal fordert ebenfalls in Ihrer Ausgabe 2/2011 eine Wiederaufnahme der Strecke. Sie begründet dies damit, dass alle Prognosen auf ein enormes Wachstum des Güterverkehres, vor allem aus Osteuropa hindeutet. Außerdem weist sie auf eine wichtige Trasse zur Umfahrung des überlasteten Eisenbahnknotens Berlin hin. Ähnliches gilt meiner Meinung nach auch für die Strecke nach Fürstenberg in Bezug auf den Port-Rostock. Außerdem ist die Strecke nach Eberswalde eine ideale Verbindung nach Osteuropa und die Strecke nach Berlin bedarf glaub ich keiner weiteren Erläuterung ihrer Wichtigkeit. Derzeit werden die Liegenschaften in Templin von der Deutschen Bahn zum Verkauf angeboten und könnten höchstwahrscheinlich für einen symbolischen Preis leicht erworben werden. Man sollte sich seitens der Stadt überlegen diese zu erwerben und in dem Maße Instandzusetzen, dass sich eine Privatbahn mit einem Instandsetzungswerk in Templin ansiedeln kann. Hierfür muss selbstverständlich geworben werden. Investoren kommen nicht von alleine! Das gleiche gilt für Industriezweige die von einem solchen Anschluss profitieren könnten. Die Stadt muss sich also auch für eine Wiedereröffnung der Strecke nach Fürstenberg einsetzen um das Templiner Eisenbahnkreuz wieder herzustellen. Die Draisine gehört abgeschafft. Ich weiß, diese Aussage wird zu Diskussionen führen. Ich bin allerdings der Auffassung, dass man hier der möglichen Schaffung von wichtigen Arbeitsplätzen den Vorrang geben sollte. Wir können auch mit anderen Dingen touristisch Punkten die bisher überhaupt nicht ausgebaut wurden. Mit der Wiederherstellung des Eisenbahnkreuzes hätten die Einheimischen wieder direkte Eisenbahnverbindungen in alle Richtungen. Dies würde auch wieder das Prestige von Templin beträchtlich erhöhen. Wir werden auf kurz oder lang in Templin keinen Autobahnanschluss bekommen und ich finde wir dürfen uns nicht ausschließlich vom Tourismus abhängig machen, sondern brauchen weitere starke Säulen auf denen wir stehen können.

Einen schönen verschneiten Sonntag euch allen.

Grüße euer Robert ;)

Kommentare:

  1. Hallo,
    ich stimme dir und deinen Aussagen völlig. Es ist einfach nur schade und sehr traurig was aus diesem Eisenbahnknotenpunkt passiert ist. Da haben einige Personen in den letzten Jahren/Jahrzehnten verpennt was zu unternehmen und etwas gegen diese negative Entwicklung zu tun.
    Ich wusste noch gar nicht das das Projekt einer Kulturbahn schon fallen gelassen wurde. Hätte mich sehr gefreut wenn man dadurch die Strecke nach Prenzlau erhalten hätten können.
    Ich persönlich hoffe das es noch nicht zu spät ist etwas zu ändern.

    Viele Grüße Sebastian

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Sebastian,

    ich freue mich über dein Kommentar. Ich verstehe auch nicht, warum man nicht die Einwohner Templins nach ihrer Meinung gefragt hat. Vor kurzem war übrigens eine Diskussionsrunde im alten Rathaus zum Erhalt der Strecke. Es sieht im Moment nämlich so aus, dass die Strecke abgerissen wird wenn wir uns nicht jetzt dagegen wehren. Wenn du immer auf dem laufenden sein möchtest like doch einfach die Fanseite auf Facebook ;).

    Grüße zurück :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Robert,

      von der Diskussionsrunde hab ich auch schon gehört.
      Nur die Frage ist, wie kann man sich denn dagegen wehren?
      Wie heißt denn die Fanseite? =)

      Grüße Sebastian

      Löschen
  3. Im Moment glaube ich gar nicht. Ich hatte eine E-Petition gestartet vor einiger zeit. Leider mit sehr mäßigem Erflolg. Super su hast den Like-Button gefunden. Ich hoffe du hast noch viel spaß an der Seite ;)

    AntwortenLöschen